Arthrose
F: Kann ich mit Arthrose die Power Plate nutzen.
Was sollte man bei dieser Erkrankung beim Anwenden der Power Plate beachten?
A: Die degenerative Gelenkerkrankung der Arthrose entsteht vorwiegend
als Folge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung, Beanspruchung
und Belastbarkeit. In der Regel sind Arthrosen nicht heilbar. Therapie-
und Trainingsziele sind v.a. in der Bekämpfung von führenden
Symptomen (Schmerz, Schwellung, Bewegungseinschränkung) und wenn
möglich in einer Hemmung des Voranschreitens der Erkrankung zu sehen.
Hier müssen wohldosierte Bewegungsreize gewählt werden, die
im Sinne einer Gewebeerhaltung zu positiven Anpas-sungsreizen im Knorpel-
und Knochengewebe führen. Die aktivierte Arthrose mit ihrer entzündlich
geprägten Symptomatik (Arthritis) erfordert vorübergehend Schonung
und Entlastung (plus Eisanwendungen, entzündungshemmende Medikamente,
schmerzlindernde Mittel). Hier sollten keine Power Plate Anwendungen erfolgen!
Power Plate-Training bei nicht-aktivierter Arthrose: Die durch das Power
Plate-Beschleunigungstraining ausgelöste Beanspruchung des Knorpels
lässt sich nicht exakt vorhersagen. Eine Standardi
F:
Ist ein Power Plate Training bei Gonarthrose sinnvoll?
A: Mit einer Gonarthrose bezeichnet man einen vorzeitigen Verschleiß
der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenkes. Verschleißvorgänge
sind zunächst keine Erkrankung, sondern ein normaler, zu erwartender
Alterungsprozess. Grundsätzlich kann man alle Übungen auf der
Power Plate probieren, aber: Nie bei akuten Schmerzen trainieren. Man
sollte Gelenkwinkel vermeiden, bei denen der Anpressdruck in dem jeweiligen
Gelenk hoch ist. Die Anwendung sollte maximal 1 – 2 x pro Woche
stattfinden und vorerst mit einer doppelten Mattendicke arbeiten. Es sollten
Übungen mit geringer Intensität (40 Hz/ low) und Zeit ( 30 sec.)
ausgewählt werden. Sollte es zu einer Schmerzzunahme in den betroffenen
Gelenken kommen, sollte man die Intensität weiter verringern und
den weiteren Verlauf beobachten. Sollten sich bei derartig geringer Intensität
weiterhin Schmerzen entwickeln, wird von einer Power Plate Anwendung abgeraten,
bis sich der Status der betroffenen Gelenke positiv verändert hat.
Durchblutung
F: Warum kribbelt es manchmal sehr stark?
A: Durch den sehr starken durchblutungsfördernden Reiz beim Beschleunigungstraining
kommt es v.a. unmittelbar nach Massageübungen zu einem teilweise
starken „Kribbelgefühl“, was aber keine gesundheitliche
Problematik darstellt sondern vielmehr Ausdruck einer deutlichen Erhöhung
der Durchblutungsrate ist. In Abhängigkeit einer damit verbundenen
Ausschüttung von bestimmten Stoffen (z.B. Histamine) kann hier ein
mehr oder weniger stark ausgeprägtes Kribbeln auftreten.
Epilepsie
F: Ist trotz Epilepsie ein Training auf der
Power Plate möglich?
A: "Nur ca. 2 % aller Epileptiker leiden unter belastungsinduzierten
Anfällen. Insgesamt kann Sport gerade bei Epilepsie-Patienten günstige
Einflüsse haben durch eine Verbesserung des körperlichen und
seelischen Empfindens, was sich u.U. sogar auch auf die Anfallssituation
positiv auswirken kann. Bei der Ausübung von Freizeitaktivitäten
allgemein und Sport im Besonderen sollte grund-sätzlich jedoch stets
bedacht werden, welche Konsequenzen ein Anfall haben könnte. Inwie-weit
ein Risiko der Eigengefährdung hierbei eingegangen wird, liegt im
Bereich der persönli-chen Entscheidung. Jedenfalls sollte bei sportlicher
Betätigung eine Fremdgefährdung, soweit dies auch Gesunden möglich
ist, generell ausgeschlossen werden. Bei der Auswahl muss zusätzlich
auch bedacht werden, wie wahrscheinlich das Auftreten von Anfällen
ist. Bei Patienten, die täglich oder mehrfach pro Woche Anfälle
haben, wird man wesentlich strengere Maßstäbe anlegen als bei
Patienten, die alle paar Jahre mal einen (dann vielleicht auch provozierten,
z.B. durch Alkohol) Anfall erleiden. Letztere können nahezu alle
Sportarten ausüben, wenn der entsprechende Auslöser gemieden
wird. Die Sportfähigkeit kann durch den zeitlichen Abstand zum letzten
Anfall beurteilt werden: > 2 Jahr = keine Einschränkung > 1
Jahr = geringes Risiko < ½ Jahr = informierte Aufsicht <
¼ Jahr = besondere Aufsicht < 1 Monat = Begleitperson Generell
kann man die Ratschläge bezüglich diverser Freizeitaktivitäten
so zusammenfassen: „Nicht zu hoch, nicht zu schnell, nicht ins Wasser“.
Im Einzelfall muss diese Entscheidung unter Umständen auch anhand
weiterer Kriterien erfolgen, z.B. Anfallstyp (erhaltenes Be-wusstsein?)
und Häufigkeit. Zudem gibt es Formen der Epilepsie, bei denen nur
nachts Anfäl-le auftreten. Wenn dies bekannt und über einen
längeren Zeitraum konstant nachvollziehbar ist, dann bestehen für
Sportarten, die am Tage ausgeübt werden, wenige Bedenken. Power Plate-Anwendung
bei Epilepsie: Wenn die o.a. Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt
sind, ist ein PP-Training durchaus möglich. Da beim PP-Krafttraining
in der Regel keine übermäßige Hyperventilation beobach-tet
wird, ist die oftmals hierdurch provozierte Anfallssituation eher als
gering einzuschätzen. Allerdings sollten Epileptiker nur mit einer
entsprechend eingewiesenen und ausgebildeten Person auf der PP trainieren.
Literatur: Arida, R.M. / Scorza, F.A. / de Albuquerque, M. / Cysneiros,
R.M. / de Oliviera, R.J. / Cavalheiro, E.A. (2003). Evaluation of physical
exercise habits in Brazilian patients with epilepsy. In: Epilepsy &
Behavior, 4. Jahrgang, Heft 5, S. 507-510. Lipinski, C.G. (2006). Epilepsie
und Sport. In : Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 57. Jahrgang,
Heft 9, S. 233-234."
Gallensteine (Cholelithiasis)
F: Ist eine Power Plate-Anwendung mit Gallensteinen
möglich?
A: Gallensteine Gallensteine können in unterschiedlicher Größe
in der Gallenblase oder den Gallengängen lokalisiert sein. In Abhängigkeit
von der Lage und Größe können auch hier Schmerzen auftre-ten,
die bis zur Kolik gehen. Schmerzen sind in der Regel nur bei einem Viertel
aller Gallen-steinbetroffenen zu beobachten. Power Plate-Anwendung bei
Steinleiden: Der Effekt von mechanisch eingeleiteten Schwingungen auf
Steine im Nieren- und Gallensys-tem ist nur sehr schwer einzuschätzen.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben die Gallen- und Nierensteine von
diesen externen Reizen unberührt. Kleine Steine können durch
Bewegung ganz spontan abgehen und werden aufgrund Ihrer Größe
kein Problem darstellen, da Sie mit dem Harn ausgeschieden werden. Liegen
Steine vor, deren Durchmesser größer als die ableitenden Gefäße
(Gallenweg, Harnleiter) und ferner nicht festsitzend sind, sollte man
– solange die Wirkung von Vibrationen hier noch nicht abschließend
geklärt ist – auf eine Power Plate-Anwendung zunächst
verzichten und den behandelnden Arzt um Rat fragen. Literatur: Monteleone,
G. / DeLorenzo, A. / Sgroi, M. / DeAngelis, S. / DiRenzo, L. (2007). Contraindications
for whole body vibration training: a case of nephrolitiasis. In: The Journal
of sports medicine and physical fitness, 47. Jahrgang, Heft 4, S. 443-445.
Implantate
F: Ist eine Power Plate-Anwendung mit Brustimplantaten
möglich?
A: Generelle Überlegungen: Bei Brustimplantaten gibt es große
qualitative Unterschiede. Hochwertige Brustimplantate haben oft mehrschichtige
Implantathüllen, was die mechanische Belastbarkeit deutlich ansteigen
lässt. Power Plate-Anwendung bei Brustimplantaten: Die mechanische
Beanspruchung beim Joggen wird im Vergleich zu den mm-großen Amplituden
auf der Power Plate deutlich größer sein. Ca. 6-8 Wochen nach
der Brust-Operation kann – unter Berücksichtigung der Wundheilung
- wieder mit Power Plate-Anwendungen begonnen werden. Übungen, die
eine großen Zug auf evtl. Wunden / Zugänge ausüben, sollten
zunächst noch sehr vorsichtig in die Anwendungsplanung mit einbezogen
werden.
F: Ist eine Power Plate-Anwendung mit Zahnimplantaten
möglich?
A: Zahnimplantate Generelle Überlegungen: Bei Zahnimplantaten (Titan/Keramik)
kommt es nach ca. 4-6 Monaten (Oberkiefer) bzw. 2-4 Monaten (Unterkiefer)
zu einer festen Verbindung zwischen Implantat und umliegenden Kieferknochen
(Osteointegration). Bei über 200 verschiedenen Implantatsystemen
sollte man in diesem Zusammenhang seinen Kieferchirurgen oder behandelnden
Zahnarzt nach evtl. Besonderheiten fragen. Im Gegensatz zu den o.a. Prothesen
verbrauchen sich die Zahnimplantate nicht. Die Haltbarkeit ist eher vielmehr
vom Erhalt des umgebenden Knochens abhängig. Die Verbindung zwischen
Kieferknochen und Implantat ist nahezu ausschließlich durch bakterielle
Einflüsse zerstörbar. Eine mechanische Belastung durch die funktionell-physiologische
Kaubelastung führt nachweislich zu einer gesteigerten Mineralisierung
des umgebenden Knochens. Somit kann bei Zahnimplantaten von einer nahezu
100-%-igen Erfolgsquote mit Liegezeiten von bis zu 40 Jahren ausgegangen
werden. Power Plate-Anwendung bei Zahnimplantaten: Vor Aufnahme einer
Power Plate-Anwendung sollte sichergestellt sein, dass keine Entzündung
oder Zeichen einer Lockerung vorliegen. Bei den Power Plate-Anwendungen
sollte der Hinweis gegeben werden, mit einem leicht geöffneten Mund
zu trainieren. Übungen mit einer höheren Transmission Richtung
Kopf sollten zunächst vermieden werden. Nach ca. 6-9 Monaten nach
Implantierung sind alle Power Plate-Übungen wieder durchführbar.
F:
Ist eine Power Plate-Anwendung mit Implantaten möglich?
A: Implantate: Metallische Implantate / (Total)Endoprothesen Generelle
Überlegungen: In der Vergangenheit wurde die Sportfähigkeit
in Verbindung mit Endoprothesen eher als zurückhaltend eingeschätzt,
da die körperliche Belastung mögliche Auslöser für
Prothesenlockerungen darstellen können. In den letzten Jahren konnten
Implantatqualität (Anpassung an die individuelle Hüftarchitektur,
Material) und Operationstechniken (Zugänge, Veranke-rungsprinzipien)
derart optimiert werden, dass aktuelle Prothesen das natürliche Gelenkspiel
weitestgehend nachahmen können. In der aktuellen Literatur überwiegen
zudem die Empfehlungen, durch ein richtig dosiertes Kraft- und/oder Bewegungstraining
auch bei vorhandenen Prothesen einen muskulären Gelenkschutz und
ein stabiles knöchernes Lager aufzubauen. Gute muskuläre und
koordinative Fähigkeiten reduzieren hierbei die auf das Gelenk einwirkenden
Kräfte und tragen damit indirekt zur Verlängerung der Prothesenstandzeit
bei. Selbstverständlich muss in diesem Zusammenhang immer ein Mittelweg
gefunden werden zwischen gelenkstabilisierenden Bewegungsreizen und evtl.
schädigenden Überlastungsreizen. Als Folge von Bewegungsmangel
kann in vielen Fällen das Lockerungsrisiko durch eine einhergehende
Osteoporose ansteigen. In mehreren Untersuchungen konnte gezeigt werden,
dass die Rate der Implantatlockerung bei „Nichtsportlern“
deutlich höher ist als bei sporttreibenden Implantatträgern.
Sogar im alpinen Skisport (ebenfalls eine Beanspruchung mit vergleichbarem
Vibrationscharakter!) wird über äußerst geringe Lockerungsraten
berichtet. Gleichzeitig sind sporttreibende Implantatträger weniger
schmerzbelastet als Nicht-Sportler. Zehn Jahre nach der Implantierung
sind bis zu 97 %, zwanzig Jahre danach noch ca. 80 % der Hüftgelenkprothesen
ohne Anzeichen einer Lockerung. Biomechanische Überlegungen: Bei
einem Beschleunigungstraining mit Prothesenträgern sollte man die
biomechanischen Gesetzmäßigkeiten von Dämpfung und Transmission
(Schwingungsweiterleitung) beachten. Neben der Voraussetzung einer genügend
hohen muskulären Dämpfungsmöglichkeit sollte eine ausreichend
lange Dämpfungsstrecke vom Punkt der Vibrationseinleitung bis zum
Implantat vorliegen und bei der Übungsauswahl entsprechend berücksichtigt
werden. Power Plate Anwendung bei Prothesenträgern: Die Power Plate
Anwendung kann unter Berücksichtigung der hier angeführten Bedingungen
/ Einschränkungen auch bei Implantatträgern einen wertvollen
Beitrag zur Gelenkstabilisation leisten, da hier ein intensives und koordinativ-propriozeptiv
anspruchsvolles Krafttraining in einer orthopädisch gering belastenden
Art und Weise ohne Zusatzlasten durchgeführt werden kann. Die Power
Plate-Anwendung zeichnet sich hierbei aus durch: - keine Belastungsspitzen
- "Training" in geschlossener Kette (gute Gelenkstabilisierung)
- keine extreme Dauerbelastung - eine gut dosierbare Vibrationseinleitung
(Dämpfungswirkung variabel) Die Belastung der eingeleiteten mm-großen
Vibrationen auf eine mögliche Lockerung scheint nach Aussagen vieler
Endoprothetiker nicht plausibel zu sein. Entzündungen mit einhergehendem
Knochenabbau können als Folge von Materialabrieb auch bereits bei
„lapidaren“ Bewegungen auftreten. Die Implantierung sollte
mindestens - je nach Implantattyp – 3 bis 6 Monate zurückliegen,
so dass die knöcherne Integration der Prothese vollzogen sein sollte.
Im Blutbild sollten keine auffälligen Entzündungsparameter zu
finden sein. Vor Aufnahme einer Power Plate-Anwendung sollte ferner sichergestellt
werden, dass keine Kontrakturen oder muskel- und bandbedingte Instabilitäten
(v.a. bei Kniegelenken) oder kurzzurückliegende Luxationen (Hüfte)
im betroffenen Gelenk vorliegen. Eine evtl. bereits bestehende Lockerung
sollte durch eine radiologische Untersuchung ausgeschlossen werden. Bei
der Aufnahme der Power Plate-Anwendung sollte kein prothesenbedingter
Ruhe- und/oder Belastungsschmerz vorliegen bzw. auftreten. Bei der Übungsauswahl
sind auf jeden Fall Bewegungen mit abrupten dynamischen Belastungsspitzen
als absolut ungeeignet einzustufen. Ferner sollten Übungen vermieden
werden, die zu einer unphysiologischen oder unverhältnismäßig
hohen Gelenkbelastung führen (z.B. Seitheben bei Schulterprothese
mit langem Hebel, Adduktionsbewegungen bei Hüftprothese, einseitige
Belastungen). Bei Protesen im Fußskelett z.B. sind Standübungen
wie Kniebeugen absolut kontraindiziert, da die Vibrationen dort nahezu
ungedämpft und ohne vorhandene Dämpfungsstrecke in den Körper
eingeleitet werden (keine Muskulatur sowie keine Dämpfungsstrecke
vorhanden!). Bei Hüft-TEP`S können beidbeinige Standübungen
durchgeführt werden, da eine vergleichs-weise lange Dämpfungsstrecke
bis zum Implantat vorhanden ist, und die dämpfende Muskulatur in
Längsrichtung zur Power Plate Hauptbewegungsrichtung stimuliert wird.
Zu Beginn kann auch eine doppelte Dämpfungsmattendicke benutzt werden.
Es sollte auf eine richtige Übungsauswahl geachtet werden. Ferner
sollten forcierte Beugungen mit einer Innenrotation und Adduktion vermieden
werden. Bei einer zementierten Prothese wird von einer Power Plate-Anwendung
abgeraten!
Kardiovaskuläre Erkrankungen
F: Darf ich mit Krampfadern die Power Plate
nutzen?
A: Krampfadern sind in Verbindung mit einer Power Plate Kräftigungsanwendung
nicht kontraindiziert (verboten). Durch den ausgelösten und sehr
intensiven Muskel-Pump-Effekt bestehen durchaus gute Chancen, eine ungenügende
Venenklappenfunktion wieder herzustellen. Allerdings sollte man eine direkte
Massagewirkung in Krampfaderbereichen meiden.
F: Ist eine Power Plate-Anwendung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
möglich?
A: Mit kardiovaskulären Risikopatienten sollte v.a. eine dynamische
Power Plate Anwendung absolviert werden, da das Herz Volumenbelastungen
besser verträgt als Druckbelastungen. Bei funktionellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
(Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Hypertonie, „nervöse“
Herzbeschwerden) sollte eine wohldosierte Power Plate Anwendung unbedingt
in Kombination mit einem Ausdauertraining absolviert werden. Bei angeborenen
und erworbenen Herzfehlern wird eine Rücksprache mit dem behandelnden
Arzt dringend empfohlen, da die Belastbarkeit sehr stark von der Schwere
des Herzfehlers abhängig ist. Bei einer ausgeprägten Herzinsuffizienz
(NYHA > I) und entzündlichen Herz-Kreislauf-Erkrankunge wird von
einer Power Plate Anwendung abgeraten! Wurden Stents eingestezt, so kann
in der Regel die Anwendung der Power Plate ca. 6 Monate nach dem Einsetzen
wieder aufgenommen werden.
F: Darf ich die Power Plate bei Bluthochdruck
nutzen?
A: Bei Bluthochdruck ist eine Anwendung der Power Plate möglich,
wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: - medikamentös eingestellt
- ausschließlich langsam dynamische Bewegungen/ Übungen auf
der Power Plate - Berücksichtigung weiterer kardiovaskulärer
Risikofaktoren und entsprechende Anpassung der Power Plate Anwendung nur
durch erfahrene Coaches
Neuromuskuläre Erkrankungen
F: Können Personen mit Parkinson die Power
Plate nutzen? Was sollte man bei dieser Erkrankung bei der Power Plate
Anwendung beachten?
A: Morbus Parkinson ist die häufigste neurologische Erkrankung im
fortgeschrittenen Alter. Neben einer Verlangsamung aller Bewegungen (Bradykinese)
kann bei Parkinson-Patienten eine Versteifung der Muskulatur infolge einer
Erhöhung des Muskeltonus (Rigor) und ein erhöhtes Muskelzittern
(Tremor) beobachtet werden. Die motorischen Fähigkeiten werden bei
Parkinson-Patienten anhand des UPDRS-Scores beurteilt, der die Leistungsfähigkeit
aus mehreren motorischen Tests zusammenfassend widerspiegelt. Die kontrollierte
Einleitung von mechanischen Schwingungsreizen im Rahmen eines Beschleunigungstrainings
führte zu teilweise erstaunlichen Verbesserungen. So konnten Schrift-
und Gangbild sowie Rigor und Tremor an einer Versuchsgruppe mit n= 300
um durchschnittlich 16 % verbessert werden. Diese symptomreduzierenden
Effekte hielten 1-2 Tage an. Die verbesserten Maximalkraftwerte (bis zu
30 %) sind v.a. auf eine reduzierte Antagonistenaktivität zurückzuführen.
Übungsauswahl, -dauer und -intensität beim Beschleunigungstraining
müssen sich jeweils an die persönlichen Voraussetzungen des
Patienten orientieren. Aus den bisher vorliegenden Erkenntnissen scheint
eine Trainingshäufigkeit von 3-4 Therapie-Einheiten pro Woche bei
einer Therapiedauer von ca. 5 min durchaus angezeigt zu sein. Literatur:
Haas, Ch. / Turbanski, St. / Kessler, K. / Schmidtbleicher, D. ( 2006).
The effects of random whole-body-vibration on motor symptoms in Parkinson`s
disease. In: NeuroRehabilitation, 21, S. 29-36. Ärztezeitung (15.10.2003).
Schwingungen stabilisieren Parkinson-Patienten. Turbanski, St. (2005).
Zur posturalen Kontrolle bei Morbus Parkinson-Patienten. Inauguraldissertation
der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main.
F: Können Personen mit Multipler Sklerose
(MS) die Power Plate nutzen? Was sollte man bei dieser Erkrankung bei
der Power Plate Anwendung beachten?
A: Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Entmarkungserkrankung
des zentralen Nervensystems (ZNS), deren Ursache trotz großer Forschungsanstrengungen
noch nicht geklärt ist. Sie ist eine der häufigsten neurologischen
Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter. Die Erkrankung ist nicht heilbar,
der Verlauf kann durch verschiedene Maßnahmen jedoch günstig
beeinflusst werden. Im Rahmen von Pilot-Studien mit 10 bzw. 12 MS-Patienten
konnte gezeigt werden, daß ein Beschleunigungstraining sich positiv
auswirken kann auf Haltungskontrolle, Mobilität und Gleichgewicht
bei MS-Patienten. Allerdings bleibt festzustellen, daß die Ausprägung
der positiven Effekte individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann.
Bei MS-Patienten muß das Beschleunigungstraining unter Berücksichtigung
der persönlichen Voraussetzungen des Patienten geplant werden. Literatur:
Ohlin, S. / Zeinstra, E. (2007). Whole-Body Vibration Training in Multiple
Sclerosis patients – a Pilot Study. Unveröffentlicht. Schuhfried,
O. / Mittermaier, T. / Pieber, K. / Paternostro-Sluga, T. ( 2005). Effects
of whole-body vibration in patients with multiple sclerosis: a pilot study.
In: Clinical Rehabilitation, 19, S. 832-842.
Nierensteine
F: Ist eine Power Plate-Anwendung mit Nierensteinen
möglich?
A: Die Größe von Nierensteinen kann von wenigen Millimetern
bis hin zu Zentimetern variieren. Sie entstehen zumeist in den Hohlräumen
des Nierenbeckens und können dann weiter in die ableitenden Harnwege
wandern. Verklemmt sich ein Stein im Harnleiter treten oft krampfartige,
immer wiederkehrende Schmerzen auf (Koliken). Bei kleineren Steinen werden
die Schmerzen auch oft als unregelmäßig auftauchend und dumpf
beschrieben. Durch den Weitertransport eines Steines kann es mitunter
auch zu Verletzungen des Harnleiters und folglich zu Blutungen bzw. Blutbeimengungen
im Harn kommen. Durch Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen können
Aussagen zu Steingröße und- lage getroffen werden. Power Plate-Anwendung
bei Steinleiden: Der Effekt von mechanisch eingeleiteten Schwingungen
auf Steine im Nieren- und Gallensys-tem ist nur sehr schwer einzuschätzen.
Aktuell sind keine negativen Auswirkungen dieser externen Reize auf die
Gallen- und Nierensteine bekannt . Kleine Steine können durch Bewegung
ganz spontan abgehen und werden in der Regel aufgrund Ihrer Größe
kein Problem darstellen, da Sie mit dem Harn ausgeschieden werden. Liegen
Steine vor, deren Durchmesser größer als die ableitenden Gefäße
(Gallenweg, Harnlei-ter) und ferner nicht festsitzend sind, sollte man
– solange die Wirkung von Vibrationen hier noch nicht abschließend
geklärt ist – auf ein PP-Training verzichten. Der Nutzer sollte
in jedem Fall vor dem Training seinen behandelnden Arzt befragen. Literatur:
Monteleone, G. / DeLorenzo, A. / Sgroi, M. / DeAngelis, S. / DiRenzo,
L. (2007). Contraindications for whole body vibration training: a case
of nephrolitiasis. In: The Journal of sports medicine and physical fitness,
47. Jahrgang, Heft 4, S. 443-445.
Osteoporose
F: Kann ich bei Osteoporose die Power Plate
nutzen. Was sollte man bei dieser Erkrankung beim Anwenden der Power Plate
beachten?
A: Es gibt einige Studien, bei denen der positive Effekt des Power Plate
Trainings bei Osteoporose nachgewiesen werden konnte ("Journal of
Bone & Mineral Research" 2004). Das PP Training fördert
die Zug - und Druckbelastung des Knochens als Folge der Muskelaktivität.
Mit anderen Worten kann ein gut dosiertes PP Training den gewünscht
positiven Effekt für Osteoporose - Patienten mit sich bringen.
Rückenschmerzen
F: Kann ich die Power Plate bei Rückenbeschwerden
nutzen?
A: Bei akuten Rückenproblematiken wie einem Bandscheibenvorfall (Prolaps)
mit Ausfallerscheinungen, Bandscheibenvorwölbung mit Schmerzsymptomatik
(Protrusion) und Hexenschuss (Ischialgie = plötzliche Bewegungsunfähigkeit)
wird generell von einer Power Plate-Anwendung abgeraten. Liegen chronische
Beschwerden (länger als 3-6 Monate) vor, sind adäquate Belastungsreize
in wohldosierter Form möglich. Power Plate-Anwendungen bei nicht-akuten
Rückenbeschwerden: Liegen chronische, nicht-entzündliche Rückenbeschwerden
vor, ist bei den Power Plate-Anwendungen darauf zu achten, daß die
mechanische Beanspruchung der passiven Strukturen nicht zu groß
gewählt werden darf. Hier sollte der ausgebildete Power Plate Personal
Coach die Wirkung einer Power Plate-Übung auf die Strukturen der
Wirbelsäule genau abschätzen können. Dosis, Umfang und
Übungsauswahl müssen in Abhängigkeit der Beschwerdesymptomatik
und der individuellen Voraussetzungen entsprechend abgestimmt werden.
Bei lediglich „muskulären Verspannungen“ (Hartspann)
sollte ein methodischer Vierklang mit Übungen aus den Bereichen Mobilisierung,
Kräftigung, Koordination und Entspannung zur Anwendung kommen. Hierbei
ist zu berücksichtigen, dass als Ursache durchaus auch andere Strukturen
(Bandscheiben, Wirbelgelenke, Nerven) in Frage kommen (erstrangige und
zweitrangige Schmerzursachen). Bei einer Spondylolyse bzw. Spondylolisthese
(Bogenwurzeldefekt bzw. Wirbelgleiten) ist im Prinzip eine Anwendung der
Power Plate möglich, jedoch sollten hier keine extremen Rückneigungen
und Rotationen durchgeführt werden, sondern der Schwerpunkt auf der
Kräftigung der gesamten – hierbei v.a. der geraden - Bauchmuskulatur
liegen. Bei Skoliosen (seitliche Wirbelsäulenkrümmungen) bis
zu 20 Grad ist eine Anwendung nach den entsprechenden Therapierichtlinien
möglich. Bei einem ausgewachsenen Morbus Scheuermann (verstärkte
Brustkyphose aufgrund von Wachstumsstörungen) ist eine Power Plate
Anwendung mit Schwerpunkt auf Kräftigung der brustwirbelsäulenaufrichtenden
Muskulatur möglich. Die klassische Bauchmuskelübung „Crunch“
mit Einrollen sollte hier nicht übermäßig durchgeführt
werden. Andere Rumpfmuskelübungen ohne starke Einrollbewegung sollten
hier bevorzugt zur Anwendung kommen. Bei der Spondylitis ankylosans (Morbus
Bechterew) handelt es sich um eine chronisch entzündliche Wirbelsäulenerkrankung
mit Einsteifung der Wirbelsäule und erheblicher Frakturgefahr durch
Wegfall der Bandscheibenpuffer. Hier wird keine Anwendung der Power Plate
empfohlen! Bei Beschwerden mit unklarer Ursache ist zunächst eine
ärztliche Diagnose angeraten! Konrad, P. / Freiwald, J. (2004). Trainingskonzepte
zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur. In: Sportorthopädie –
Sporttraumatologie, 20. Jahrgang, Heft 1, S. 21-27. McGill, S. (2002).
Low Back Disorders. Human Kinetics, Leeds. Meier, H. (2005). Neue Aspekte
der Rumpfstabilisation im Sport. In: Leistungssport, 35. Jahrgang, Heft
2, S. 35-37. Seidenspinner, D. ( 2005). Training in der Physiotherapie.
Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg. Streicher, H. (2005). Neue Ansätze
in der Rückenschule? Effekte einer therapeutischen Rückenschule
mit inte- grativem propriozeptiv-koordinativen Training. In: Deutsche
Zeitschrift für Sportmedizin, 56. Jahr- gang, Heft 4, S. 100-105.
Weinberger, M. (2004). Therapie lumbaler Bewegungsstörungen –
Lernprogramme für die LWS-Muskeln. In: Physiopraxis, Heft 5, S. 24-28.
Schwangerschaft
F: Kann ich während der Schwangerschaft
die Power Plate nutzen?
A: Bei Frauen sind Veränderungen im Menstruationszyklus und abnormale
Geburtsverläufe beobachtet worden. Hinweise dafür, dass das
Vibrationstraining die Gefahr einer Fehlbildung des Kindes erhöht,
haben sich bislang jedoch selbst nach langzeitiger Vibrationsexposition
nicht ergeben. Es erhöht sich jedoch das Risiko einer Frühgeburt
oder eines geringen Geburtsgewichts. Nach einer komplikationsfreien Geburt
ist eine Anwendung der Power Plate in der Regel wieder nach 6-8 Wochen
möglich.
F: Darf ich während der Stillzeit die Power
Plate nutzen?
A: Eine Power Plate Anwendung ist auch während der Stillzeit machbar.
Es sind keine negativen Fälle diesbezüglich bekannt.
Tumore
F: Darf ich die Power Plate bei Tumorleiden
nutzen?
A: Allgemeine Überlegungen: Krebserkrankungen sind u.a. gekennzeichnet
durch einen Verlust an Lebensqualität, verminderter Leistungsfähigkeit
und depressiver Stimmung. Sport hat in der Krebstherapie eine große
Bedeutung, da in der Regel alle o.a. Aspekte hierdurch positiv beeinflusst
werden. Jüngste Studien haben sogar gezeigt, dass körperliche
Aktivität wie bei den Power Plate Anwendungen zu einer deutlich erhöhten
Durchblutung im gesamten Organismus, vor allem aber auch in den sehr schwach
durchbluteten Tumoren führen kann. Dies könnte den Transport
von Medikamenten erheblich verbessern. Power Plate Anwendung bei Tumoren:
Ein wohldosiertes Beschleunigungstraining auf der Power Plate kann über
verschiedene Effekte die Lebensqualität der Krebskranken verbessern.
Durch die intensive Muskelbeanspruchung kann der körperliche Zerfall
zwar nicht aufgehalten, aber doch verlangsamt werden. Die längere
Aufrechterhaltung der muskulären Leistungsfähigkeit, die damit
einhergehende Ausschüttung von Endorphinen u.ä. Hormone können
eine stimmungsaufhellende Wirkung entfalten. Allerdings steht diesen zu
erwartenden positiven Effekten auch der Nachteil einer starken durchblutungsfördernden
Wirkung gegenüber, die evtl. auch das Wachstum von entarteten Zellen
(Metastasierung) beschleunigen kann, aber durchaus auch positive Effekte
(s.o.) haben kann. Hier müssen behandelnder Arzt und der Patient
abschätzen und entscheiden, ob der zu erwartende Nutzen größer
ist als das zu erwartende Risiko. Wenn nach einer erfolgreichen Therapie
keine bösartigen Metastasen mehr vorhanden sind , kann nach Absprache
mit dem behandelnden Arzt die körperliche Aktivität (auch auf
der Power Plate) wieder aufgenommen werden.
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